
Wir haben super wellen gesurft, haben die inseln betreten, die man aus den katalogen fuer geile inseln kennt. Mir war sehr oft sehr flau im magen und am ende sind wir vier tage ohne wellen rumgeschippert. Im grossen und ganzen wahr der trip schon ein voller erfolg, wenn man von den letzten zermuerbenden tagen an deck mal absieht. Wenn man die mentawai inseln mal von norden bis sueden durchfahren ist, dann, so geht es mir jedenfalls, hat man ein wenig eine vorstellung davon was einsame inseln sind. Man hat die moeglichkeit an land zu gehen und in ein dorf in eine voellig andere welt ab zu tauchen. Natuerlich gibt es auch inseln mit ferienresorts, zumeist amerikanische investoren, die laengst das lukrative geschaeft mit den wellen erkannt haben. Aber wer einsamkeit will wird diese finden, kein problem.
Ich will mein erlebtes jetzt nicht so zusammenpressen und werde deshalb tag fuer tag in kurzform wiedergeben, fotos folgen die naechsten tage.
TAG 1
Die nacht habe ich in einem kleinen cafe zwischen vielen anderen verschlafenen reisenden auf dem flughafen in kuala lumpur verbracht. Gegen vier uhr am morgen spricht mich maedel aus bangladesh vom nachbartisch an. Ob ich den internet haette und ob das bei mir alles funktionieren wuerde. Ich bejahe ihre frage und vertiefe mich wieder in meine internetseiten. Nach fuenf minuten schlaegt das maedchen ihren laptop zu und fragt mich ob sie an meinem laptop mal nach ihren mails sehen duerfte, bei ihr geht das mit diesem internet nicht. Da ich ja kein unmensch bin, mir wenig aus dem kastensystem mache und selbst ja auch meinen laptop nur nutzen kann, weil ich den adapter einer franzoesin mitnutzen darf, lasse ich sie an die tastatur. Nach zwei minuten konzentrierten tippens fragt sie mich ob ich ihren text mal ueberpruefen koenne, ihr englisch ist sei so schlecht. Ich war zwar der auffasssung das ihr englisch deutlich besser sei als meins, aber bitte, wenns denn hilft. Um vier uhr morgens mache ich mir also die muehe meine traenensack gebeutelten augen auf eine englische email zu richten, die von einer bangladescherin (?) in einem furchtbar verknorkelten englisch zusammengetipppt wurde. Ich versuche zweimal den text zu lesen, es ist nicht viel aber verstehe kein einziges wort und ausserdem waere mir sowieso lieber wenn die einfach wieder an ihren tisch gehen und mich in ruhe lassen wuerde. Ich sage sorry und das ich davon nicht das geringste verstehe. Sie grinst, tippt noch drei woerter und sagt: „read“. „Its 4/2 you“ (es ist fuer/an dich) steht da jetzt geschieben. Nun ist es voellig aus, ich verstehe gar nichts mehr. Ich frage was das jetzt soll, sie grinst und sagt nur: „psst“ dann tippt sie wieder. Sie schreibt sie waere aus bangladesh, auf der durchreise und hinter ihr sitzt jemand von ihrer uni, der durfe nicht mithoeren, deshalb muessten wir uns schreiben. Ich drehe mich um und wirklich hinter uns sitzt einer bei ihren sachen und schlaeft. Sie tippt fleissig weiter und ich erkenne, dass sie diese kinderkacke gar nicht in ihrem yahooaccount macht sondern hier in meinem fenster schreibt. Ich schreibe ihr noch das ich da jetzt gar keinen bock drauf habe und ausserdem sitze meine frau mit den kindern im flieger hierher und ich wuerde sie gegen sechs erwarten. Sie schaut auf die uhr und sagt dass ich mich dann aber bald mal auf den weg machen solle, es ist halb sechs. Scheisse sie hat recht, ich habe vergessen die zeitzone im laptop um zu stellen und nun muss ich dringend einchecken. Ich bin dann auch dementsprechend hecktisch aufgesprungen und damit war das thema fuer mich beendet. Da wusste ich allerdings noch nicht dass sich die gute „runia“ irgenwie meine email kopiert hatte und nun mit mailterror nervt. Aber wenn sich eine junge dame um vier uhr morgens auf einem flughafen an einen typen ranmacht der ausser einer fetten griebe ueber der gesamten unterlippe gerade nichts besseres zu bieten hat, dann muss die ja irgendwie einen knall haben.
Der flug nach Padang verlief ohne nennenswerte zwischenfaelle und auch die stadt selbst war auf den ersten blick gar nicht so zertoert wie ich angenommen hatte. Allerdings wollten zwei lustige zollheinis auch von meiner einreise profitieren. Ich stand zwischen vielen einheimischen und mitarbeitern verschiedenster hilfsorganisationen an der passkontrolle an, als sie mich raus winkten. Ich musste ja noch ein visum kaufen und dafuer sollte ich an einen anderen schalter kommen. Sie untersuchten meinen pass und fragten ob ich das erste mal in Padang sei und was ich hier wolle. Meine antwort ueberhoerten sie und dann fragten sie ob ich eine freundin haette. „Ja“ Das haetten sie sich schon gedacht, das ich eine freundin in Padang haette und jetzt immer so ein und ausreise. Gut, nun erklaer mal zwei auf schmiergeld erpichten zoellnern das deine freundin ja in thailand ist und du hier bist um eine bootstour zu machen, da stehst du am ende nicht unbedingt besser da. Am ende haben sie mir mein scheiss visum gegeben, nicht aber ohne sich vorher zu erkundigen ob ich nicht vielleicht etwas fuer sie haette, Alkohol, Vodka irgendetwas dergleichen, moslems.
Aus dem taxi rief ich Klaus den kapitain des trips an und er erklaerte Rudi meinem indonesischen taxifahrer wo er mich rausschmeissen solle. Am boot angelangt empfing mich eine breitgrinsende freundliche crew, klaus war noch gemuese und eis holen und kam dann etwas spaeter. Der rest der reisegruppe kam erst gegen abend.
Ich suchte mir meine Koje aus und bekam auch gleich etwas zu essen, super service. Als Klaus dann spaeter eintraf sind wir gleich nochmal in die stadt, wir wollten nochmal ins internet und auch fotos von kaputten gebaeuden machen. Als ich dann so durch die strassen schlaenderte und etwas genauer auf die haueser mit rissen geschaut hatte vielen mir erst die kleinen und groesseren zerstoerungen auf. Viele grosse bauten haben sich einfach auf ihre erste etage gesetzt, das heisst, die haeuser haben sich so aufgeschaukelt, das die erste etage jetzt da ist wo eigentlich das erdgeschoss zu sein hat. Fuer alle die das gebaeude also nicht rechtzeitig verlassen haben ist es am ende sehr eng geworden. Ueber vielen gebaueden schwirten die voegel und schilder kuendeten von den toten die noch hinter der proviesorischen abbsperrung unter den truemmern liegen. Wir trafen auf eine deutsche die auf sumatra lebt und einen suchhund besitzt, den einzigen auf sumatra. Sie posierte gerade fuer ein paar fotos, da es nichts mehr zu bergen gab, ausser totes fleisch.
Gegen abend kamen die anderen sieben teilnehmer am boot an.
Norbert und Susi – die beiden einzigen akzentfreien deutschen, hatten vorher schonmal eine Bootstour gemacht und diese ist nun flitterwochenreise, norbert ist beruflicher judoka und knapp 2 m gross
Barbi+Georg- oesterreicher, ende zwanzig und beide tieraerzte, sie hiess eigentlich barbara, moechte aber lieber barbi genannt werden, ja sie hat ganz gewaltig einen an der waffel
Manuel- surfer aus muenchen, fotografiert leidenschaftlich gerne, allerdings mit NIKON, sieht aus wie kottschalk in juengeren jahren
Simon- eigentlich aus oesterreich, besitzt aber ein surfcamp in Costa Rica und war dementsprechend auch der beste in den wellen
Andi – auch oesi, ich kannte ihn schon fluechtig aus dem surfcamp und er erinnert mich vom aussehen stark an carsten blumenthal vom sandman club beim ORB
Nach einem abendbrot ging es sofort weiter richtung Mentawai Islands.
TAG 2
Gegen Mittag waren wir endlich an der noerdlichsten insel der mentawais angekommen. Die nacht habe ich ziemlich gut geschlafen, was allerdings nur auf den schlafentzug die nacht zuvor zurueck zu fuehren sein kann. Unser erster spot „Burgerworld“ ist ein rechtshaender und auch noch relativ kraftvoll. Ich bin allerdings zu k.o. und nicht genug motiviert mir eine welle zu geben die nach rechts weg laeuft und das auch noch ueber riff. Und so sitze ich fast drei stunden nur auf meinem surfbrett, gucke anderen surfern zu und bestaune das scharfe riff unter mir. Am abend bemerke ich einen wundgeschaeuerten arsch und wunde achseln.
TAG 3
Wir finden eine zweite welle auf der rueckseite der insel die nach links weglaeuft. Zwar nicht ganz so schoen aber nach links, meine welle. Ich surfe sie den ganzen tag mit kurzen unterbrechungen. Allerdings muss ich mir ein paar neue haltungen im wasser ausdenken um nicht mehr auf meinem hintern zu sitzen, der ist wirklich wund. Es sind auch andere boote an der insel, aber alle anderen surfer befinden sich an der vorderen seite und stoeren sich gegenseitig in der rechtslaufenden welle, super. Klaus sieht allerdings schlecht aus und wird krank.
TAG 4
Gegen Mittag fahren wir weiter, nicht ohne nocheinmal gesurft zu haben. Die fahrt geht zum glueck nicht sehr lange und wir ankern vor einem Spot der sich Ebay nennt. Man kann daran sehr gut erkennen, dass die mentawai inseln noch nicht sehr lange von surfern bereist werden. Klaus weiss von einer netten linkslaufenden welle, kann uns aber im beiboot nicht hinfahren, da er zu krank ist. Ludin der Indo faehrt uns zu dritt zu Bang Bang, zumindest zu dem was er dafuer haelt. Wir schauen ihn etwas verwirrt an und sind mit dieser welle nicht wirklich einverstanden, da nichts von Klaus’s beschreibung passt. Also zurueck zum Boot. Klaus steht auf und faerhrt uns noch mal in richtung des riffs und siehe da, wir finden den richtgen spot. Wie sich spaeter zeigt, einer der besten spots auf unserem trip. Eigentlich ist es ueblich das wir so eine stunde surfen und dann jemand kommt um uns zu holen oder zumindest nach uns zu schauen, die stunde ist allerdings laengst um und es ist schon sehr daemmerig. Wir haben etwas sorge das man uns vergessen haben koennte, da klaus sicher wieder schlafen gegangen ist und die jungs von der crew an die surfer nun halt auch nicht immer denken koennen. Eine gute zeit spaeter beschliessen wir irgendwie an land zu gehen um dort nach hilfe zu suchen, nachts moechte man ja nicht ueber rgendwelchen riffen rumtreiben. Da sehen wir doch noch unser kleines beiboot zwischen den wellen, nur Ludin der depp sieht uns nicht. Nach etlichem surfbrett-in-die-luft-gewerfe und gebruelle erblickt uns der hampelmann dann doch endlich. Am boot steht klaus schon am ausguck und war ewtas in sorge, da Ludin scheinbar schon seit ueber einer halben stunde unterwegs war, obwohl er veielleicht 10-15 minuten fuer die strecke gebraucht haette. Aber er hat den spot ja schon beim ersten mal nicht gefunden, wie soll er das dann erst in der herreinbrechenden daemmerung finden.
TAG 5
Wir surfen nochmal BANG BANG und Ludin darf uns fahren. Danach geht es weiter zu einer groesseren inselgruppe, allerdings faengt es nun schon an mit den wellen nachzulassen. Die stimmung ist aber nach wie vor ganz gut, da wir ja noch nicht wissen dass es nur schlechter wird mit den surfbedingungen. Die inselgruppe hat eine insel mit nur einer palme. Nach einem kleinem landgang, meinem ersten nach fuenf tagen und einigem rumfotografiere verlassen wir die insel wieder, sind aber einer mehr im boot. Sweeta unser koch hat einen vogel aufgenommen, den er von seiner mutter verlassen glaubt und nun selbst aufziehen will. Das tierarztpaerchen an board ist sich jedoch sicher das dem kleinen nichts fehlt, ausser flugfedern und er deshalb nicht weggeflogen ist. Anderer nachteil fuer ihn; versteck dich mal auf einer insel mit nur einer palme. Sie wollen ihn also wieder zurueck bringen, aber was machen die klopse, sie fahren das arme ding zur falschen insel und setzen ihn dort aus. Viel glueck beim suchen mama. Wir surfen den rechtshaender hinter der kleinen insel, sehr erfolgreich. Alle anderen spots laufen gar nicht.
TAG 6
Die wellen sehen beschissen aus, ich beschliesse auf eine der inseln zu gehen, da dort ein resort ist und ich die moeglichkeit habe ins internet zu gehen. Ich drucke auch gleich eine wellenvorhersage fuer die naechsten tage aus und die kuendet nur schlechtes. Keine wellen ueber 1,5 m und das heisst auf den mentawais, ueber riff kein surf. Die stimmung an board sinkt. Es wird kurz erwaegt mich zu verbrennen oder ueber board zu werfen da ich die schlechte Botschaft ueberbracht habe, aber wir kommen irgendwie wieder davon ab. Wir fahren weiter zu „Telescopes“ einem der bekanntesten spots auf den Mentawai inseln. Ein linkshaender und eigentlich genau mein ding, aber er bricht nicht wirklich nett. Aus irgendeinem grund kracht aber ploetzlich ein riesen set von drei hammer wellen rein und waescht uns alle durch. Ich bekomme mein brett gegen das rechte ohr geschlagen. Kopfschmerzen bis in die nacht sind die folge. Nach dem essen fahren wir weiter zu einer welle namens lances left. Das essen ist mal wieder viel zu scharf und ich habe die schnauze gestrichen voll von dieser brennenden sosse. Diesesmal eine erdnusssosse und alle sind erstaunt das man die so scharf bekommen kann. Meine griebe blueht zu hochtouren auf.
TAG 7
Gegen acht uhr am morgen kommen wir bei lances left an, ich huepfe gleich rein und versuche mich an dem kopfhohen linkshaender. Ich werde von einer grossen welle gewaschen und ramme mir eine finne meines brettes in den oberschenkel, es blutet ein bisschen und der blaue flek sieht aus wie ein riffatoll, ch passe also farblich perfekt in die landschaft. Gegen nachmittag mache ich mit ein paar leuten einen landgang. Ich bin in meinem leben noch nie sovielen einsiedlerkrebsen begegnet, die ganze insel ist voll damit und wenn man sich in den sand setzt zwacken sie einem in die fuesse. Am abend tue ich dummerweise noch mehr fuer meine farbliche anpassung an die umwelt. Eine grosse welle drueckt mich aufs riff, aber ich komme nur mit dem fuss auf und kann mich abdruecken. Mein brett an dem ich mich wie ein geisteskranker feskralle rutscht mir durch die arme und ich donner mir die finne nun in den linken unterarm, ein weiteres atoll, toll. Mein zweites drachenbuch habe ich durchgelesen.
TAG 8
Als ich aus meiner koje springe durchzieht ein stechender schmerz meinen fuss, ich schaue mir die auftrittflaeche an und muss feststellen dass ich einen penny grossen schwarzen fleck unter der ferse habe. Klaus borgt mir eine spitze pincette und ich ziehe ein ca.3 mm langes stueck muschel aus meinem fuss.
Ich versuche mich am morgen dreimal an lances left, die zwar nur kopfhoch ist, aber ziemlich schnell bricht. Ich stuerze zweimal. Manuel stuerzt auch und laesst etwas von ruecken-,bein- und armhaut am riff kleben. Er blutet, aber es sieht schlimmer aus als es ist.
Ich bin frustriert und beschliesse es lieber mit schnorcheln zu probieren. Der tiefenmesser unseres bootes sagt 14m an, ich ziehe mich ein paar mal am ankerseil bis auf den gund und es geht mir besser, so tief bin ich nun wirklich noch nie getaucht. Wir fahren weiter in eine 6h entfernte stadt, die einzige grosse stadt auf den mentawai inseln. Auf dem weg dahin fangen wir eine spanische makrele, riesen vieh. Ich habe ein neues Buch angefangen: „Wie man bei Windstaerke 10 stilvoll eine tasse tee trinkt“ ein super buch !!! Die stadt ist dreckig und langweilig, die kids sind frech. Sie klatschen mir in einer tour auf den arsch oder fummeln an meiner fototasche rum. Als ich umringt von kindern am steck bei unserem beiboot stehe, kommt eine frau und kippt ihren papierkorb vor mir und den kindern mit einer selbstverstaendlichkeit ins wasser das mir schwindelig wird. Das wasser ist zwar noch gut in schuss und wirklich klar, aber lange wird das nicht mehr der fall sein. Leider hatte die kleine stadt die letzten tage keinen strom, weswegen wir nun kein eis bekommen um unsere getraenke und den frischen fisch zu kuehlen. Wir verbringen also die nacht im hafen und stuerzen uns aufs warme bier. Gegen abend kommen drei kinder zu unserem boot gepaddelt und wollen englisch reden, wir tun ihnen den gefallen und fuellen sie mit cola und sprite ab.
TAG 9
Boah ich hatte eine super nacht. Im hafen lag das boot voellig ruhig und der nebel der nun im morgengrauen aus den bergen zieht zeichnet ein super panorama. Ich schein mich nur etwas verkuehlt zu haben, am warmen bier kann es nicht liegen, aber ich habe halsschmerzen. Wir fahren weiter und suchen was zum surfen, erfolglos. Ich schnappe mir die harpune und beschliesse einen mord zu begehen. Die insel an der wir sind ist aber scheinbar nicht gerade ein beliebter ort unter fischen und so komme ich ohne einen fisch am speer wieder. Am abend sitzten simon, norbert und ich eine halbe stunde im wasser und wir warten auf surfbare wellen, aber nur scheisse, ohne surf zurueck zum boot.
TAG 10
Weiter richtung sueden, wir fangen wieder eine spanische makrele, diese fische muessen entweder ganz besonders doof sein oder eine vorliebe fuer orange plastefische haben. Ich bin auch mit dem zweiten buch fertig. Ich beginne ein buch ueber seeraeuber in der nord- und ostsee, aber es ist beschissen geschrieben, so stuerze ich mich auf T.C.Boyle, „gruen ist die hoffnung“, witzig. An unserem ankerplatz ist nicht das geringste einer welle zu sehen, wir haengen uns also mit unseren brettern hinter das beiboot und betreiben in unserer verzweiflung wasserski. Anschliessend landgang. Die kinder des dorfes stroemen uns beim betreten des strandes schon entgegen und begleiteten uns durch die verarmten schlichten behausungen aus bambus, holz und nichts. Fast alle kinder haben hautausschlag, einer spielt auf einer selbstgebauten ukulele und wir kommen uns vor wie auf hawai. Zwischen all dem gewussel huepft auch ein junger welpe mit nur drei beinen rum. Wir fahren hinter eine andere insel um nach wellen zu suchen, erfolglos. Also besuchen wir auch noch die zweite insel. Ein paar einheimische haben sich provisorisch niedergelassen und ernten die palmen. Am strand liegt ein schildkroetenpanzer von gut 1m laenge, den inhalt gab es gestern zum mittag und abendbrot. Auf dem boot zurueck betrinke ich mich mit cola und kaffee, T.C.Boyle habe ich bereits bis zur seite 124 durch.
TAG 11
Nach dem fruehstueck fahren wir weiter, das meer ist stuermig aufgewuehlt und mir wird schlecht. Als wir halten weil einige meinen dort surfbare wellen entdeckt zu haben faengt das boot an sich richtig aufzuschaukeln. Ich schnappe mir mein brett und springe ins wasser, nur runter von der scheiss schunkelkiste. Ich surfe auch ein paar von diesen unverschaemt haesslichen wellen. Problem ist nur, das es im wasser von quallensporen nur so wimmelt und das fuehlt sich an wie tausend nadelstiche. Zum glueck fahren wir bald weiter. Nach fuenf stunden fahrt stoppen wir, ich hoere aufgeregte stimmen von deck und wildes hin und her gerenne. Ich stuerze aus meiner koje und an deck haben sich alle versammelt um einem marlin, einem schwertfisch von unglaublicher groesse zu froehnen. Wir sind zwischen zwei inseln, auf einem sehr schonenen atoll und werden dort auch die nacht verbringen. Vorher jedoch landgang. Eine kleine unbewohnte insel mit riesenmuscheln, der hammer. Als kroenung finden wir noch zwei seeschlangen, die sich nach erfolgreicher nahrungssuche zur verdauung aufs festland zurueck gezogen haben. Klaus zieht das anderhalb meter lange ding fuer uns aus dem versteck und so habe ich nun auch mal eine schwarz weiss gestreifte seeschlange gesehen, immerhin gehoeren sie zu den giftigsten ihrer art. Auch auf dieser insel finden wir spuren von einheimischen die hier zur palmenernte waren.
TAG 12
Wir fahren ein weiteres mal 6h um zu unserer letzten insel zu kommen, scheisse ist mir uebel. Aber immerhin habe ich T.C.Boyle jetzt durch (ueber 400 seiten). Die insel ist aber wirklich super, beim schnorcheln sehe ich eine moraene von gut anderthalb metern laenge und einem kopf in schuhgroesse 44. Ich hole klaus und auch er ist ziemlich ueberrascht, ein so grosses exemplar ist ihm auch noch nicht vor die maske gekommen. Gegen Abend machen wir uns auf den weg nach Bengkulu, wo unser abflughafen ist. Fuenfzehn stunden fahrt liegen vor uns. Wir tauschen uraubsfotos und ich beginne diesen bericht zu schreiben. Nach drei stunden muss ich allerdings kapitulieren und lege mich, die kotze schon im anschlag in meine koje.
DAS WARS
Die nacht war furchtbarbar. Ohne grosses fruehstueck und in hektick verlassen wir das boot. Jetzt sitze ich in Jakarta in der Business lounge, 3,50€ eintritt und du kannst so lange bleiben wie du willst, all you can eat und internet frei, super.
In ein paar stunden geht es weiter zu tini nach bali und dann warscheinlich nach Lombok in zwei tagen. Fotos werde ich umgehend fertig machen.