Philippinen
Zwei Wochen Philippinen sind vorueber und ich fliege wieder zurueck nach Bali um mich auf andere trips hier in Sued-ost Asien vorzubereiten.
Die zeit auf Siargao verging wie im fluge. Dass lag auch daran das die wellen fast jeden tag surfbar waren und an einigen tagen sogar richtig anspruchsvoll gross und hohl. Leider habe ich bis zum ende niemanden gefunden der bereit oder faehig war zeitig aufzustehen und zum sonnenaufgang an den spots zu sein. Dabei waren die jungs mit den booten, die uns raus zu den riffen gefahren haben schon echt zeitig da, aber auf Siargao kommt auch das partyleben nicht zu kurz und so konnte ich immer erst gegen mittag meine ersten wellen surfen, dass haben dann allerdings alle so gehandhabt und ruckzuck war es wieder richtig voll. Ich haette mir zwar auch ein boot nur fuer mich in der fruehe nehmen koennen, aber 10€ pro tour will ich nicht jedesmal alleine zahlen. Zu meiner lieblingswelle ist ausgerechnet eine rechtslaufende geworden, „Rock Island“.
Siargao ist eine nette recht grosse insel auf der tourismus bislang noch relativ dezent daher kommt. Mit dem Motorrad kann man an einem tag locker die ganze Insel umrunden und bekommt dabei einen netten einblick in das teils sehr einfache leben der einheimischen. Die Philippinos sind absolut nett und aufgeschlossen, sprich nach zwei saetzen, meist: „Woher kommen?“ oder „Name, ja?“ sitzt du mit den maennern am tisch bei einer 1l flasche bier und alle lachen. Ich hatte viel schlimmeres erwartet, gerade von dieser gegend. Aber gerade in dieser gegend, die das auswaertige amt und einige reiseorganisationen so schlecht reden, haben islamische fundamentalisten absolut nichts zu melden. Zum ersten mal bin ich in einem teil asiens gewesen wo es deutlich mehr kirchen und ernsthafte katholiken gibt als moscheen, buddhas oder hindutempel. Fast jedes kleine inseldorf hatte eine kleine kirche und wenn das dorf einfach zu klein war fuer eine solche dann gab es wenigstens eine Maria oder ein kreuz vor dem regelmaessig leute beteten. Den radikalsten und warscheinlich gefaehrlichsten religoesen, den ich getroffen habe, war der hauseigene taxifahrer vom surfcamp. Auf der etwa 45 min. langen fahrt vom camp zur faehre heute morgen um 5:00 uhr, hat er sich bestimmt 20 mal bekreuzigt. Er hatte aber auch allen grund dazu, denn ich glaube es waren am ende zwei hennen und zwei kuecken die der bremsenscheue phillipino auf unserer tour zum hafen in den huehnerhimmel befoerdert hat.
Fuer meine Inselrundfahrt hatte ich mir eine Yamaha YBR 125G ausgeliehen. So ein teil darf ich eigentlich ueberhaupt nicht fahren und ich habe das auch vorher noch nie gemacht, aber nach einer weile hatte ich den bogen raus und begriffen wo die gaenge waren die man da schalten musste und dann lief es ganz prima. Allerdings ist so ein schweres Motorrad fuer eine insel ohne richtige strassen, sondern eher mit steinpisten nicht so das richtige, aber besser als ein roller war es allemal. Beim bremsen fuer zwei aufgescheuchte, daemliche huehner habe ich mich allerdings etwas vertan und aus alter rollergewohnheit die beiden vorderbremsen gezogen, statt die hinterbremse zu treten, wie das bei motorraedern ueblich ist. Mir ist das vorderrad weggerutscht, und ich habe mir den zeh etwas angerissen auf den steinen, aber immerhin konnte ich das gute stueck wieder fangen und weiter ging es.
An einem abend gab es einen Ladyboy-Beauty-Contest oder auch Miss-Gay-Universe-2010. Das war die schrillste veranstaltung auf der ich je war. Ladyboys sind nichts anderes als transen und Tini und ich haben von diesen netten maedels schon furchtbar viele gesehen. Bali hat sie, in Thailand gehoeren sie zum normalen stadtbild und haben ihre eigenen shows und bars und auch hier auf den Phillipinen gibt es viele jungs die sich im falschen koerper fuehlen. Nur das diese truppen von umherziehenden moechtegern maedels hier sehr viel juenger sind als das was wir zuvor so gesehen haben. In diesen mischlingen paart sich die aufdringliche anflirterei von jungs mit der freundlichen und eher witzgen albernheit von maedchen. Und so ist es schon etwas befremdlich, oder gewoehnungsbeduerftig wenn du an einer dieser gruppen auf der strasse vorbei gehst und sie dir hinterher pfeifen und und sich aufs schwulste ueber deinen hintern freuen, oder deine muskeln und dein surfbrett bewundern. Ich find das klasse! Ein hollaender aus dem camp fand sie absolut ekelig und hat sich permanent dagegen gewehrt von ihnen als maedchen zu sprechen, aber das wollen sie nunmal sein und ich finde es super die paradiesvoegel als maedels anzuquatschen. An diesem besagten abend wurde dann nun die inselschoenheit gewehlt. 13 „frauen“ standen zur wahl und haben sich ins zeug gelegt das wir blass wurden. Fast alle aus unserem camp haben sich auf den weg zur misswahl gemacht, denn keiner wollte sich diesen spass entgehen lassen. Auch wenn diese Maedels alle von der insel waren, so haben sie sich doch alle ein land rausgesucht das sie praesentierten. Ein europaisches war natuerlich wieder nicht dabei, Mittel- und Suedamerika, aber auch Asien und sogar Australien waren vertreten. Das sorgte bei uns fuer den groessten brueller, da Mark unser standhafter australischer minenarbeiter, als er das hoerte von seinem stuhl aufsprang und vor lauter stolz einen noch roteren kopf bekam als er den vom bier schon hatte und aus vollem hals miss Australia anfeuerte. Meine favouritin war miss Thailand, da das neben australien das einzige vertretene land war in dem ich schon war und was war sie nicht fuer eine schoenheit. Ausserdem fand ich es einfach zu komisch wie Miss Thailand beim einmarsch mit ihrem viel zu langen kleid den sand mitwischte und so viel staub aufwirbelte das die jury probleme hatte etwas zu erkennen. Als der abend dann zu ende war, hatte ich eine siegerin, Miss Thailand und eine schrecklich schraege veranstaltung mit so vielen unfaellen und problemen, dass ich sie hier nicht alle auflisten kann, ging in eine party ueber. Die maedels hatten an die 6 kostuemwechsel und es gab sogar einen bikini kontest.
An meinem voletzten tag war die wellensituation ziemlich miserabel und wir entschlossen spontan einen ausflug zu machen. Mit dem boot ging es zu einem etwa 1 stunde entfehrnten strand, neben diesem gab es einen felsen zum reinspringen und eine lagune, einen natuerlichen pool der bei ebbe wunderbar zum baden und tauchen war. Leider mussten wir bei der ankunft feststellen, dass hier schon der westtourismus zugeschlagen hatte und in einer huette am strand wurde jedem von uns 1€ fuer strandbenutzung abgenommen. Wir waren ein bunter haufen von leuten die sich im camp kennengelernt hatten. Acht leute aus Kanada, Australien, Holland, Fankreich und eben aus Deutschland. Ich war bis zuletzt der einzige deutsche im camp und das fand ich auch gar nicht verkehrt. Unser Australier hatte in weisser vorraussicht bereits 12 flaschen bier mitgebracht und so machten wir uns einen netten tag an der lagune. Als ich am wasser sass und den hollaendern dabei zusah wie sie sich die fuesse aufschnitten beim erklettern des felsen und ins wasser sprangen, bekam ich eine ploetzliche eingebung. Bei solchen ausfluegen gibt es immer jemanden der sich verletzt und meist schaffe ich es der depp zu sein, also habe ich mich sowohl mit dem trinken als auch den halsbrecherischen aktionen etwas zurueck genommen und bin tauchen gegangen. Unser Aussie hatte eine unterwasserhoehle entdeckt und nachdem ich den zweiten ausgang dieser gefunden hatte, hatte ich vier seeigelstachel in der hand. NA, wer ist depp? Sauber, die stacheln sind natuerlich sofort abgebrochen und binnen weniger sekunden brannte meine hand als haette jemand saeure darueber gegossen. Auch die maedels mit den spitzen fingernaegeln konnten nichts ausrichten. Spaetestens seit Hollywood pinguine surfen lassen hat, weiss ja jeder wie man bei seeigelstacheln verfahren muss, aber zum glueck blieb mir das draufpinkeln erspart, denn die jungs von der bude am strand hatten essig da, was noch besser wirkt. Das heftige brennen durch das gift hat sich dann erst etwa 24 spaeter gelegt. Ich habe die stacheln aber auch erst am naechsten morgen mit einer nadel und einer pincette rausbekommen.
Heute morgen wurde ich dann also am faehrterminal von unserem fahrer abgeworfen und um 6:00 uhr verliess ich auf dem seeweg Siargao. Ich werde sicherlich nochmal wiederkommen, aber das kann schon eine weile dauern.
Nach 3 h stunden auf der faehre war ich in Surigao von wo mein flieger mich nach Manila bringen sollte. Als ich um neun, vier stunden vor abflug, am flughafen ankam, war noch alles verschlossen, nur eine furchtbar pubertaere quetschstimme queackte ueber den parkplatz. Als ich zu der einzigen kleinen huette vor ort ging, um etwas zu esssen, sah ich worin das problem bestand. Ein paar jungs hatten die karaokeanlage in beschlag genommen und ein bengel um die 17 probierte Jon Bon Jovis Best Of alben durch. Ich hatte starke probleme etwas zu essen zu bestellen, da der ohne hemmungen auf vollster lautas „Bed of Roses“ von sich gab.
Beim abflug wollte man mir mal wieder ueber 30 € fuer mein surfbrett abnehmen und als ich dann „nein“ sagte und in der kleinen schalterhalle auf einem taschenrechner ausrechnete was mein surfbrett den kosten wuerde postierte sich hinter mir der einzige sicherheitsmann und die jungs hinterm schalter lachten sich halb schlapp. Nachdem ich dann aber eine alte rechnung rausgekramt und sich einer der typen im computer erkundigt hatte, stimmte meine rechnung und vor lauter aufregung hat mir der schaltertyp dann sogar noch zu wenig abgenommen, da er ploetzlich einfach meine alte rechnung abgebucht hatte statt der neuen, denn ich habe auf grund einiger neuer shirts etwas mehr gepaeck dabei. In Surigao gibt es keine Gepaeckdurchleuchtegeraete, also durfte ich mein sauber und gut verpacktes zeug alles ausraeumen um es zu praesentieren. Am ende haette ich warscheinlich locker 3-4 kg sprengstoff dabei haben koennen, aber was solls.
Jetzt sitze ich wieder in Manila in diesem furchtbaren Hostel, diesesmal allerdings ein einzelzimmer, ich hatte vorreserviert. Morgen geht es um 5 uhr mit dem bus zum Clark airport, von dort nach Kuala Lumpur, flieger wechsel und weiter nach Bali. Leider bleiben mir keine 2 h zum umsteigen in Kuala Lumpur und da ich komplett einreisen, mein gepaeck holen und wieder sofort einchecken muss, ist das nicht viel zeit. Auch habe ich noch keine bestaetigung aus Bali das meine nette Inada unterkunft frei ist, aber ich hoffe mal da findet sich was.
In den naechsten wochen geht es dann erst nach Ostindonesien, Komodo und Flores und dann warscheinlich nach Sumatra und Malaysia. Silvester moechte ich in Hong Kong verbringen und fuer weihnachten will ich gerne in einem muslimischen land sein. Wo das dann sein soll weiss ich noch nicht, aber mal sehen, wie Malaysia so ist.


sauber, na das hört sich ja mal wieder verdammt gut an! viel spass auch weiterhin. gruß an die eltern hehe
ANTWORT:
Danke richte ich aus, gruesse an die Familie Herr S.
martin schrieb dies am 8. November 2010 um 1:08 am |
geil geil geil, weiter so. hab viele bilder im kopf gehabt als ich diese news gelesen habe. hier wirds immer kälter
lass es dir gut gehen!
ANTWORT:
Ja man, das werde ich. hier wirds immer waermer. seit wochen bin ich auf Bali und wir hatten nur einen tag mit ein bisschen regen
basti schrieb dies am 10. November 2010 um 12:10 pm |
die misswahl ist echt beneidenswert und ich bekenne mich hiermit auch offiziel als miss thailand supporter♥
♥ schrieb dies am 11. November 2010 um 2:08 am |