Jetzt haeng ich hier auf Bali
Seit ich wieder auf Bali bin ist kein tag vergangen an dem ich nicht surfen war. Die wellen waren fast jeden tag bis zu 2 meter und an einem tag hatten wir sogar 2,7m laut internet. Ich war auch einen Tag in Balangan, meiner lieblingswelle hier auf Bali. Leider war die richtung aus der die wellen kamen (der swell) nicht so richtig optimal und so brach die welle in einem affen tempo. Niemand konnte seinen ritt sauber beenden, aber immerhin war es leer und so habe ich mir mein shortboard geschnappt und bin auch rein. Ich bin super in meine erste welle reingekommen, da die dinger mit viel druck ankamen. Aber beim ausstieg wollte ich ueber die bereiz brechende lippe drueber springen was ein dummer fehler war, da die welle gut zwei meter gross war und schon auf mich zu sauste. Ich bin dann mitgerissen worden und im getummel habe ich mir mein brett erst mit voller wucht gegen den hinterkopf und dann gegen den ellenbogen geschlagen. Der ellenbogen tat mir zwar nicht so weh wie der kopf, aber dem brett tat es weh. Als ich auftauchte und mich wieder ins sichere tiefe wasser gerettet hatte, sah ich, dass mein ellenbogen aufgekratzt war und blutete. Mit einer ueblen vorahnung habe ich dann mein brett umgedreht und musste feststellen, dass ich mir ein grosses loch in die unterseite geschlagen hatte. somit habe ich an diesem tag nicht eine gute welle in Balangan gehabt, sondern nur einen beutel eis auf dem Kopf und eine Cola in der hand.
An meinem ersten abend, an dem ich aus Kuala Lumpur kam, war das INADA, meine Lieblingsunterkunft ausgebucht, aber mittlerweile habe ich ja eine ganze menge alternativadressen, zu denen ich gehen kann. Ich habe mich also fuer die erste nacht wieder in Kuta einquartiert und dort am naechsten morgen beim fuehstueck einen hollaender namens Maarten kennengelernt. Maarten ist schwer in ordnung, wenn auch etwas sehr vorsichtig und manchmal etwas zu langsam, speziell beim roller fahren. Er nennt es cruisen, ich koennte kotzen. Wenn ich mich durch den verkehr schlaengele ist es mein ziel so schnell wie moeglich den abgasen zu entkommen und mein ziel zu erreichen, aber Maarten koennte stundenlang hinter einem bus hinterher „cruisen“ ohne auch nur im geringsten einen versuch zu unternehmen, den entlich zu ueberholen. Aber da unsere reiseplanungen zum teil die selben sind und wir beide zum surfen hier sind, haengen wir halt hin und wieder miteinander rum und auch den trip nach Komodo wollen wir zusammen machen. Da waeren wir aber auch schon bei meinem derzeit groessten problem, Komodo. Um auf diese insel mit den „drachen“, den groessten echsen auf unserem planeten zu kommen, muss man bis Labuan Bajo fliegen, einem kleinen ort auf der Insel Flores, der als ausgangsort fuer allemoeglichen Komodotouren gilt. Ich war die woche zweimal am flughafen um mich bei bei den verschiedensten fluggesellschaften nach fluegen dorthin zu erkundigen, keine chance. Entweder kosten die fluege ein vermoegen, oder es wird zur zeit einfach nicht geflogen. Den fruehesten flug nach Labuan Bajo, der bezahlbar waere koennten wir am 25.11. antreten, was heissen wuerde, dass ich noch eine weitere woche hier abhaengen muss und spaetestens ab morgen ist es mit den wellen vorbei, dann kann es auch auf Bali ganz schnell aetzend langweilig werden. Ausserdem habe ich jetzt nach zwei wochen abhaengen auch genug und wuerde gerne weiterziehen. Eine alternative waere eine organisierte tour. Da waeren wir dann zusammen mit etwa 15 anderen touristen und abhaengig von irgendwelchen veranstaltern. Maarten war die letzten tage ganz im westen von Bali, in Medewi surfen und kommt heute zurueck. Wir werden uns dann mal mit einem dieser tourorganisierer auseinandersetzen und wenn es sich lohnt, wird das wohl unser ticket nach Komodo. Auf der insel selbst darf man sich eh nicht frei bewegen und muss mit einem ranger in begleitung vorgeschriebene wege gehen. Aber dafuer habe ich auch verstaendnis, immerhin sind diese echsen riesen gross und kein anderes tier auf diesem planeten hat mehr bakterien im speichel als sie. Zu den Komodowaranen moechte ich aber erst etwas schreiben, wenn ich sie auch gesehen habe.
Eigentlich sollte es schon ab heute keine wirklich surfbaren wellen mehr geben aber ich war gerade am strand und was da so reinrollt sieht nicht zu schlecht aus. Nach fuenf anstrengenden tagen habe ich mir gestern eine balinesische massage gekoennt. Fuer 4,50€ die stunde knetet dich eine kleine Balinesin durch. Das hatte ich mit Tini schonmal ausprobiert, aber wir waren damals etwas enttaeuscht, da es ersten nicht sehr sauber war und zweitens sehr lieblos und eintoenig auf uns rumgehauen wurde. Dieses mal habe ich mich fuer eine andere bude entschieden und es war super. Ich habe mich wieder in badehose auf die liege geworfen, aber als meine masseurin rein kam, wurde ich in einm sehr strengen Balinesischen tonfall aufgefordert meine hose auszuziehen und mir das tuch ueberzulegen; „I don’t look on your Banana!“.
Anfang letzter Woche waren Maarten und ich Billiard spielen, Maarten gehoert zu den leuten die hier urlaub machen und so will er eigentlich jeden abend irgendwo bier trinken gehen und einen drauf machen. Ich habe ihn dann zum Billiardspielen begeleitet, aber ein weiteres mal durch Kutas nachtclubs zu ziehen, darauf hatte ich keinen bock. Auf dem weg zurueck wollten uns ein paar locals Ephedrin verkaufen, ein aufputschmittel, das bekommst du hier an jeder ecke. Ich habe eigentlich ueberhaupt keinen bock mehr, all den strassenverkaeufern, taxifahrern und massagemaedels, die mich staendig angrabbeln, eine antwort zu geben, aber diese beiden jungs waren richtig aufdringlich. Ich habe sie dann weggeschubst und als ich mich umdrehte und in meine hosentasche fasste merkte ich, dass die beiden scheisser sich mein Portmonee geschnappt hatten. Ich hatte es extra in die vordertasche gesteckt, aber die kleinen Indos waren schnell genug. Genau so schnell waren sie dann auch in der menge untergetaucht. Zum glueck hatte ich meine Kreditkarte zu hause gelassen, die nehme ich nie mit, aber nun brauche ich einen neuen fuehrerschein und personalausweis, der alte war eh abgelaufen. Hier in asien will die polizei bei kontrollen nur den internationalen fuehrerschein sehen, und den hatte ich auch nicht dabei, also glueck im unglueck.
Wenn ich es dann endlich nach Komodo geschaft habe, geht es weiter nach Borneo, orang utans fotografieren, dann weiter nach Kuala Lumpur von wo ich mit einem zug bis nach Bangkok fahren moechte. Die zuege in Malaysia und Thailand sollen sehr gut und preiswert sein. Diese Fahrt koennte einige wochen dauern, da ich unterwegs immermal wieder aussteige, um verschiedene orte zu besuchen. Darunter die inseln im norden von Malaysia und Koh Samui in Thailand. Ich werde nur mit einem Rucksack reisen und meine Surfbretter und was ich sonst noch so habe im INADA auf Bali lassen. Zu Silvester moechte ich in Hong Kong sein, aber jetzt bleibe ich erstmal im INADA.


Ich glaube, Warane essen gerne Bananen, also niemals FKK auf Komodo!
Weiterhin viel Spaß und laß dein Brett heil!
P.S. Achso-Mal wieder schöne Vorweihnachtsgrüße an die Schwiepi-Familie und natürlich an Tante Manu!!!
Henning schrieb dies am 19. November 2010 um 3:00 pm |
Ich glaube mich zu erinnern, dass diese Kerle alles sehr gern speisen. Egal ob mit oder ohne ne Hose.
Dich hat das Buch zu dieser Reise “angestiftet” ?
Viel Spaß und pass auf Dich auf!
PS: Mit schönen Grüssen besten Dank für die frenzelschen Vorweihnachtszeitgrüsse!!
ANTWORT:
Ja, das buch ist schon nicht ganz unschuldig. Morgen geht es los. Wir reisen mit bussen und faehre, das kann ein paar tage dauern.
Tante Manu schrieb dies am 20. November 2010 um 3:55 pm |
Grüß Temeraire von mir wenn du ihn auf der Insel triffst . *g
Viel Spaß bei den Drachen -
Randi schrieb dies am 2. Dezember 2010 um 7:15 am |