Komodo

Ich habe es geschaft, ich war auf Komodo und nun sitze ich wieder auf Bali. Ich habe mich auch gleich ins zeug gelegt und so findet ihr rechts auch schon die bilder meines trips. Nachdem Maarten, der olle Hollaender, wieder zurueck in Kuta war, sind wir nochmal zum flughafen gefahren um einen flug nach Labuanbajo zu buchen. Wie nicht anders zu erwarten war, waren alle fluege fuer die naechsten tage sehr teuer und so beschlossen wir zwar einen rueckflug von Labuanbajo nach Bali zu buchen, aber den hinweg wollten wir dann doch lieber mit bus und faehre bewaeltigen. Das wuerde etwa 3 tage dauern und waere deutlich guenstiger.
Die erste etappe war mir ja schon gut bekannt. Wir buchten ein shuttle nach Padangbai im osten Balis, von dort sollte es mit der faehre nach Lombok gehen, dann wieder mit dem bus ueber diese insel, dann eine weitere faehre, ein 12 stunden bus ueber Sumbawa, eine weitere faehre nach Flores (10 stunden) und schon waeren wir am ausgangsort fuer alle komodotouren, Labuanbajo. Das klang von vornerein nach ziemlich viel aufwand, aber eben auch spannend. Als dann am Montag dem 22.11. um 9 uhr unsere faehre ablegte meinte ich zu Maarten, dass das die warscheinlich rostigste mistgurke ist, mit der ich jeh gefahren bin. Ich war natuerlich wieder einer der ersten an deck und konnte mir so einen der beliebten platze ergattern. Neben uns platzierte sich Corinna, eine 45 jaehrige schwedin, die lange zeit in Australien gelebt hatte und somit voll australisch aufgeschlossen war. Nach etwa einer stunde fahrt stoppten die maschinen und wir trieben fuer etwa 30 minuten irgendwo zwischen Bali und Lombok hin und her und drehten uns in der stroemung. Irgendwann kam dann eine durchsage, dass wir ein motorenproblem haetten und gleich eine faehre kommen wuerde, die uns nach Bali zurueck schleppt. Die etwa 300 indonesier an board haben das recht ruhig hingenommen, nur einige touristen neigten zu leichter panik und wollten sich natuerlich gleich irgendwo beschweren, nur interessiert das hier keinen. Nach einer weiteren stunde kam dann auch eine faehre. Als die einheimischen das mitbekamen standen sie wie fertig zur abfahrt mit all ihren sachen an der reling und wir dachten schon wir sollen das boot wechseln. Als die ewta 300 menschen dann alle auf eine seite des kahns draengten wurde uns kurz etwas unwohl, da wir deutlich schlagseite hatten. Aber die hilfsfaehre fuhr zur spitze unseres schiffes und mit einem ollen tau wurden wir abgeschleppt. Im wilden zick zack ging es dann kreuz und quer zwischen Lombok und Bali und nach einer weile wusste niemand mehr wo wir denn nun hinfahren. Durchsagen gab es keine mehr und mitglieder der crew, die hin und wieder an deck auftauchten wussten auch nichts. Ploetzlich liefen dann auch wieder die motoren und der abschleppdienst machte sich davon. Nun ging es wieder richtung Lombok und alle waren guter dinge, dass wir heute doch unser ziel erreichen wuerden. Nach weiteren 30 minuten allerdings drehte die faehre wieder um, keine ahnung was das sollte. Am ende fuhren wir dann wieder nach Bali zurueck, nicht aber ohne vorher noch etwa eine stunde vorm hafen im kreis zu fahren, da noch ein anderes schiff anlag und wir warten mussten. Im grossen und ganzen haben wir etwa 8 stunden auf der faehre rumgesessen und waren alle gut ko. Die reederei hatte zwar sofort eine andere faehre zur hand und wollte uns gleich wieder losschicken, aber dann waeren wir irgendwann in der nacht auf Lombok angekommen und haetten probleme gehabt eine unterkunft zu finden. Maarten, Corinna, ein maedchen aus Kalifornien und ich beschlossen uns in Padangbai eine bude zu suchen und am naechsten tag einen weiteren versuch zu unternehmen nach Lombok zu gelangen. Corinna und die Kalifornierin tauschten ihre faehrtickets und ballerten mit einem privaten speedbootunternehmen nach Lombok. Das ist zwar deutlich teurer, aber etwas komfortabler und viel schneller. Corinna brachte uns dann noch auf die idee einen boottrip nach Komodo zu machen, sie hatte mal davon gehoert und fand das ganz nett. Da wir ja nun wieder in Padangbai waren, der balinesischen zentrale fuer boottrips aller art, liefen wir etwas rum und erkundigten uns nach den preisen. Wir fanden einen anbieter, der uns fuer einen ganz akzeptablen preis eine 4 tage, 4 naechte tour von Lombok nach Labuanbajo bot. Es waere alles inklusive, essen und wasser, sogar die eintritte auf den beiden inseln Komodo und Rinca, wo die drachen leben, gehoerten dazu. Das hauptbuero war in Senggigi auf Lombok. Also ging es fuer uns am naechsten tag mit einer funktionierenden faehre nach Lombok – Senggigi. Wir buchten den trip und suchten uns ein zimmer in Senggigi.
Zwei tage spaeter ging es los.
Ein bus holte uns ab und nach einer kurzen willkommensrede und einer tourbesprechung ging es in den osten von Lombok, wo unser boot auf uns wartete. Wir waren eine nette mischung. Insgesamt 10 leute, also nicht zuviele. Ausser mir noch zwei deutsche paerchen, darunter auch Benni mit seinem pueppchen Tina aus Erkner. Das boot war kein luxusliner, mein letzter boottrip auf den Mentawaii Islands war deutlich komfortabler, aber es reichte vollkommen aus. Geschlafen haben wir an deck auf schulsportmatrazen. Das essen war ok und hin und wieder hatten wir auch fangfrischen fisch, einmal eine goldmakrele und dann einen ziemlich stattlichen barrakuda. Die meiste zeit haben wir mit fahren verbracht, was auf diesem boot echt etwas nervig war, da die motoren hammermaessig laut waren. Landschaftlich hat mich dieser teil indonesien nicht so vom hocker gerissen, aber auch da bin ich von meinem Mentawaii trip einfach etwas zu verwoehnt. Die inseln hier sind ziemlich trocken und haben nichts mit den palmentraumstrandinseln vor Sumatra gemeinsam. Aber die unterwasserwelt war super. Leider konnte ich nicht so viel schnorcheln wie die anderen, da ich mir beim surfen die woche zuvor einen sonnenbrand auf der unterlippe zugezogen hatte und sich das ganze als flaechendeckende unterlippengriebe entwickelt hat. Ich habe dann meist muscheln gesammelt oder einfach am strand rumgelegen.
Am vorletzten tag waren wir dann endlich auf Komodo. Am steg wird man von Rangern willkommen geheissen und erfaehrt ein bisschen ueber die drachen. Am ende ihrer rede warnen die ranger vor zuviel optimismus, es kann durchaus sein, dass man nicht einen drachen zu gesicht bekommt, „thats wildlife“.
Als erstes haben wir dann wildschweine und hirsche gesehen, die dort zahlreich vertreten sind. Sie werden von den Rangern gezuechtet damit die riesenechsen immer ausreichend nahrung haben und sich von den siedlungen und touristen fernhalten. So ein ausgewachsener maennlicher drache kann locker bis zu 5 meter lang sein und wiegt dann bis zu 150kg. Die meisten drachen sind aber nur 2-3 meter lang. Auf Komo haben wir dann auch wirklich nur einen drachen zu sehen bekommen, der war aber mit etwa 4 metern ein ziemlicher hoschi. Ausser auf Komodo leben auch auf Rinca und Gilli Motang, den nachbarinseln, diese riesenviecher und am naechsten tag auf Rinca haben wir dann noch weitere stattliche exemplare gesehen. Auch hier wurden wir von zwei rangern bewacht und rumgefuehrt. Die echsen sind ziemlich faul und liegen den ganzen tag irgenwo herum. Man sagt zwar ueber sie, dass sie ziemlich schnell rennen koennen, aber dafuer gibt es kaum einen grund. Wenn ihnen ein tier oder ein zu kleiner artgenosse naeher kommt beissen sie einfach zu. Auf grund ihres hochinfektioesen speichels, kein anderes tier hat so viele bakterien im maul, verendet der gebissene sowieso irgendwo auf der insel und dann werrden sich schon drachen finden, die ihn fressen. Die viecher machen auch vor wasserbueffeln nicht halt, eine gruppe drachen frisst dann bis zu vier tage an dem.
Mit dem wetter hatten wir die ganze fahrt ueber glueck, auf dem festland haben wir zwar die regenwolken in den bergen haengen sehen, aber auf dem boot war es fuer uns immer trocken und die sonne hat geballert. Am ersten dezember sind Maarten und ich dann von Labuanbajo wieder nach Bali geflogen und nun sitze ich wieder im Inada. Am 7. geht es fuer mich weiter nach Kutching – Borneo, nasenaffen und orang utans jagen. Alle frueheren fluege waren ziemlich teuer. Leider sieht die wellenvorhersage voll mies aus und somit werde ich eine flache woche bis dahin haben.

~ von majan84 am 2. Dezember 2010.

Eine Antwort to “Komodo”

  1. Wieder mal Profibilder, echt stark! Zum Glück gibt es in unserer Gegend keine Warane und in der Kaufhalle keinen Trockenfisch! Weiterhin viel Spaß und morgen einen schönen 2.Advent!

    ANTWORT:

    Danke Henning, euch auch einen schoenen 2.Advent. Solltet ihr nachts immer noch -15 C erreichen, haben wir einen Temperaturunterschied um 5 uhr morgens (de-time) von etwa 45-50 C! Aber richtig, da wird das schwer mit dem Trockenfisch.

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