Man wie geil war Borneo!
Eine woche war ich nun auf Borneo, ich habe nasenaffen (proboscis monkeys), schlangen und orang utans gesehen, ich habe im chinesischen viertel von Kutching uebernachtet und bin nun stolzer besitzer eines originalen borneoschen blahsrohrs mit pfeilen.
Am 7. dezember um 4:30 uhr habe ich mir in Seminyak ein taxi genommen und bin zum flughafen geduest, endlich mal runter von Bali. Ich hatte mir die tage zuvor allerdings schon einen rueckflug nach Bali buchen muessen, da mein laptop den geist aufgegeben hatte und ich ihn hier gut reparieren lassen und mir dann ein neues geraet kaufen kann, aber dazu spaeter. Ich bin fuer meinen einwoechigen ausflug wieder nur mit sehr wenig gepaeck gereist. 15kg, 8 kg davon die kameratasche. Am flughafen war noch ueberhaupt nichts los, sehr angenehm sich auf dem Nguray Airport mal so entspannt bewegen zu koennen. Mit dem kauf der tickets hatte ich auch wieder vegetarischen reis vorbestellt. Wenn man von oder nach Bali fliegt serviert Air Asia neuerdings tofusticks mit reis, der hammer! Auf meinem verhassten lieblingsflughafen Kuala Lumpur hatte ich diesesmal nur zwei stunden zeit um den flieger zu wechseln. Der check in schalter fuer den flug nach Kutching war zwar noch nicht offen und eine Air Asia angestellte sagte, es wuerde auch noch eine halbe stunde dauern, bis wir unser gepaeck aufgeben koennten, aber das hielt einige reisende aus asiatischen laendern nicht davon ab, ihre koffer schon aufs band zu stellen und aufgeregt umher suchend vor den schaltern auf und ab zu laufen. Ich wuerde mich ja eigentlich schon als ungeduldig beschreiben, aber diese hektik die hier in Asien von vielen menschen ausgeht, die werde ich mir nie annehmen. Ein anderer mann sahs auf seinen koffern und kisten und winkte seine familie zu sich, als ob es gleich los gehen wuerde. Sie sahsen dann gemeinsam noch weitere zwanzig minuten.
In Kuching angekommen versuchte ich den im lonely planet beschriebenen bus zu finden, aber den hatte man wohl vor jahren abgeschafft und so gab es fuer mich nur die moeglichkeit mit einem taxi in die innenstadt zu kommen. Erstaunlicherweise hat sich mir kein taxifahrer angeboten. Ich musste erst zu einem schalter gehen, wo ich einem taxi zugewiesen wurde. Waere ich auf Bali die selbe strecke vorm flughafen auf und abgelaufen, ich haette warscheinlich schon 10 taxifahrer abgewimmelt und weitere 5 verpruegelt. Im vorfeld hatte ich mir einige Gaestehaeuser und Hostels in Kuchings innenstadt, dem chinesischen viertel rausgesucht. Da ich mit nur 15kg unterwegs war, war es mir ein leichtes die strassen zu durchkaemmen und die in frage kommenden unterkuenfte zu vergleichen. Kuchings innenstadt ist super scheon und der chinesische einfluss ist sehr stark zu spuehren. Mein gaestehaus war dann auch direkt neben mehreren chinesischen restaurants und naturheilkunde apotheken. Fuer 10€ die nacht, bekam ich ein kleines zimmer unterm dach und hatte sogar ein fenster nach draussen. In den meisten anderen unterkuenften hatte ich wenn ueberhaupt nur ein fenster in den gang und eine klimaanlage. Das haengt allerdings auch mit der typischen bauweise in Kuching zusammen. Die haeuser sind nur etwa 10m breit, aber dafuer bis zu 50m tief. Wenn dann also alle diese haeuser wie typische berliner altbauten zusammen kleben ist klar, dass die meisten zimmer keine chance auf fenster haben.
Nachdem ich mein zimmer also hatte, habe ich mich zu einer stadterkundung aufgemacht und weil das leben dort echt entspannt ablief und mir nicht alle 10m jemand ein taxi, eine massage oder irgenwelche billigsouvenirs „just looking, Jaaaa?“ andrehen wollte, habe ich Borneo oder wenigstens Kuching auch von anfang an super geil gefunden. Als ich die ersten souvenirshops durch hatte war klar, dass ich fuer den rueckweg meine gebuchten 15 kg und 7 kg handgepaeck voll ausschoepfen wuerde. Masken, Waffen und Holzfiguren, alles genau mein ding. Am ende habe ich dann zwar nur ein blahsrohr und ein kriegsschild gekauft, aber es tat weh das ganze tolle zeug zurueck zu lassen. Beim bummel durch die stadt kam ich an vielen chinesisch buddhistischen tempeln, einer riesen Moschee und einer mindestens genau so grossen katholischen kirche vorbei. Ich habe nicht schlecht geschaut, denn eigentlich dachte ich dass Malysia ein streng muslimisches land sei, aber hier stehen all diese gotteshaeuser nebeneinander und niemand hat da ein problem mit. Bei einem sonntagmorgengottesdienst war die kirche so voll, dass ein paar hundert menschen auf dem parkplatz davor standen und ueber lautsprecher dem gottesdienst folgten. Der muss allerdings ziemlich schlecht gewesen sein. Als ich gerade an der kirche vorbei ging sangen sie die deutsche nationalhymne, warum auch immer, ich hoffe nicht Benne 16 zu ehren.
Das beste in Kuching ist allerdings die uferpromenade am Sarawak river. Von meinem Gaestehaus aus war sie etwa eine minute entfehrnt und man konnte dort von einem fressstand zum naechsten zotteln. Fuer mich gab es daher die naechsten tage regelmaessig frittierte bananen, fruchtsaefte oder warme waffeln mit schokoladencreme. Direkt neben meiner unterkunft gab es einen chinesen der auch verschiedene vegetarische gerichte anbot, unter anderem „Chicken Vege“, was ja erstmal nicht sehr vegetarisch klingt, aber zu meiner dauer- und lieblingsspeisse dort wurde. Die haben es echt geschafft Tofu so zuzubereiten, dass man glaubt es sei haehnchenfleisch, dazu chinanudeln. Als ich das erste mal dort bestellt hatte, kam kurz nachdem ich meine bestellung aufgegeben hatte ein kellner und brachte eine grosse tasse mit etwas darin. Ich habe mich erst gewundert, aber gut dachte ich, dann gibt es das mineralwasser eben aus einer fetten tasse. Als ich aber nach der greifen wollte, merkte ich, dass das wasser darin heiss war und staebchen und einer dieser haesslichen chinesischen sabber-sauf-loeffel in der tasse standen. Das war also nur das besteck. Beim essen habe ich mich dann nicht so bloed angestellt und mittlerweile bin ich im umgang mit staebchen echt geuebt. In meinem Hostel war ich fuer die naechsten zwei naechte der einzige gast und somit durfte ich bestimmen, was in der lodge fuer dvds liefen, meine Lodge.
Nach zwei naechten hatte ich vor ein wenig mehr natur zu sehen. Borneo ist beruehmt fuer seinen dschungel und genau da wollte ich hin. Ich hatte mir im nationalparkbuero in Kuching fuer zwei naechte ein bett in einer huette im Bako Nationalpark reserviert. Der Bako park ist beruehmt fuer seine nasenaffen (proboscis monkeys) und die wollte ich sehen. Da das wetter nicht zu 100% perfekt war, hatte ich zwei tage fuer diese tour geplant. Es gibt viele verschiedene wanderrouten und die affen sind schwer zu sehen wurde mir versichert. Mit dem bus und einem boot ging es in den Bako Nationalpark. Ich schlief in einem vierbettzimmer, die erst nacht mit einem schwedischen paerchen, die zweite mit einem australisch-ukrainischem und alle waren schwer in ordnung. Ich war auch einfach nur froh das ich nicht die bekloppten Schwaben aus dem nachbarzimmer bei mir hatte, das waeren mir eindeutig zu viele –le aendungen und auch der schweissgeruch der schwabendame war von einer anderen welt, dass haben dort auch andere festgestellt
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Gleich nach der ankunft machte ich mich auf den kuerzesten track den dieser park zu bieten hatte. Wildschweine und nervige makakenaffen gab es ueberall zu sehen und auch meine geliebten nasenaffen bekam ich sehr schnell zu gesicht. Der weg den ich gewaehlt hatte war nur 800m lang und wurde mit 1 ½ stunden hin nd zurueck angegeben. Als ich dass gelesen habe dachte ich, dass ich hier den wegweisser fuer die rentner vor mir haette und sportlichenergisch bin ich losgestiefelt. Ich habe dann etwa 3 stunden gebraucht. Man das sind keine wanderwege, das sind offroadpisten. Aber ich war auch die absolute ausnahme im camp. In den letzten monten oder jahren bin ich viel auf rucksacktouristen gestossen, meist junge leute die asien oder eben australien bereisen. Hier gab es nur wanderer, aber die meisten von der globetrotter sorte. Die hatten stiefel an, die ich zum snowboarden tragen wuerde, coole funktionishemden und rucksaecke mit trinkschlaeuchen dran. Und was hatte ich? Eine bunte badehose, ein unterhemd, ein rucksack mit einer trinkflasche und manchmal flip flops, aber meistens bin ich barfuss gelaufen, weil man da nicht so rutscht. Aber immerhin hatte ich meine coole kamera samt tragetasche immer vor meinem bauch baumeln. Die meisten dieser funktionwanderer sind dann auch in einem affentempo durch den dschungel gedonnert und ich hatte das gefuehl, dass es vielen nur darum ging moeglichst auf kilometer zu kommen, oder zumindest die meisten zahlen in das buch zu schreiben, in das wir uns eintragen mussten, bevor wir das camp verliessen. Jeder war verpflichtet einzutragen wohin er ging und welchen track er machen wuerde. Am ersten tag stand bei mir track 2, am zweiten tag dann 3+5, wobei ich dass dann durchgestrichen und BEACH und einen smily eingetragen habe. Die 800m vom vortag hatten ihre spuren hinterlassen und ausserdem war es super interessant bei ebbe im watt vor den mangroven zu sitzen und krebsen, fischen und affen beim herumwurschteln zu beobachten. Man bekommt die nasenaffen eigentlich sehr einfach zu gesicht wenn man sich einfach mal hinsetzt und wartet.
Alles in allem war der Bako park ein echter erfolg und wer mal so richtig geil wander oder eben trekking gehen will, bei 35°C und einer luftfeuchte von 130%, der ist dort noch besser aufgehoben als jemand wie ich, der nur coole tiere sehen will. Immerhin habe ich einige riesige wildschweine direkt vor mir gehabt und auch die ein oder andere schlange (Gruene Viper) entdecken koennen. Das absolute highlight war allerdings ein angriff der makaken auf mich, waehrend meines mittags. Ich hatte mir einen teller mit dem miserablen kalten campfutter beladen und mir einen tisch auf der terrasse genommen. Ploetzlich schrie eine frau schraeg hinter mir. Ich dreht mich um und auf einmal sprangen zwei scheiss makaken unter einem tisch vor und direkt auf den meinen. Ehe ich mich versah drehte einer meinen teller um und von ueberall her kamen noch weitere affen. Einer der ranger kam laut polternt auf den tisch zu, und zog mich zurueck. Ich hatte gerade mit meiner wasserflasche angefangen einen affen vor mir zu maltraetieren, aber der duckte sich in meine kartoffeln und fauchte wild zurueck. Ich habe mir danach neues essen holen muessen und einen tisch in der naehe der anderen genommen.
Nach den zwei tagen Bako ging es zurueck nach Kuching. Am sonntag, eben dem an dem die kirche Ratze huldigte, bin ich auf die Local Weekend Markets gegangen. Der Markt in Kuching unterscheidet sich eigentlich nur darin von anderen maerkten in Asien, dass es kaum klamotten gibt, aber dafuer jede menge lebendvieh, das wenn du willst, vor ort fuer dich geschlachtet wird, eben huehner, enten und meerestiere. Ich hatte zwar nicht mein Sea Shepherd t-shirt an, wurde aber trotzdem regelmaessig gefragt, fuer wen ich denn eigentlich fotografiere.
Am naechsten tag besuchte ich das Wildlife Rehabitation Centre. Dort werden orang utans aufgenommen die vom baum gefallen sind oder von ihrer mutter verstossen. Spaeter werden sie wieder im dschungel ausgesetzt, aber man bietet ihnen jeden tag an einem fressplatz futter an. Das soll auch helfen den tieren nahrung zu geben, da ihr lebensraum und somit auch das nahrungsangebot auch hier auf Borneo immer weiter zurueck geht. Leider hatten sich an diesem morgen ziemlich viele touristen auf den weg zur orang utan fuetterung gemacht, auch welche die es einfach nicht begreifen wollten, dass wir nicht mit blitzlicht fotografieren sollten. Es kommt auch regelmaessig vor, dass sich gar kein affe zeigt, aber wir hatten glueck. Eine mutter mit baby im fell und ein teenager hatten sich an diesem morgen zu plattform herabgelassen und wiedermal war ich sehr froh ein teleobjektiv zu besitzen.
Den letzten tag in Kuching habe ich dann zum groessten teil in diesen holz souvenirlaeden verbracht. Am nachmittag bin ich dann noch ins schwimmbad gegangen.
Als mich am mittwoch das taxi um 4:40 uhr am flughafen Kuching wieder absetzte und ich mein gepaeck so vor mir aufgereiht sah, kam es mir so vor als wuerde etwas fehlen. Richtig, das blahsrohr. Das 2m ding stand noch in meinem zimmer in der innenstadt. Ich muss ziemlich verzweifelt geguckt haben als ich dem taxifahrer meine situation schilderte. Er fuhr mich dann wieder zum hostel und zureck zum flughafen. Zum glueck war das nur eine strecke von etwa 30 minuten und er wollte auch nur, dass ich ihm eine tour bezahle, statt zwei.
Nun hocke ich wieder im INADA in Seminyak auf Bali, bin genervt von den taxifahrern, habe die schnauze voll von den hektischen stressigen strassen und moechte immernoch keine massage oder billigsouvenirs. Mein laptop ist vorerst repariert, aber er kann jede sekunde wieder kaputt gehen. Ich war heute in bestimmt 15 verschiedenen laeden, shops und kaufhaeusern um preise zu vergleichen und nach einem neuen laptop zu schauen. Morgen werde ich zuschlagen. Alle meine daten sind jetzt jedenfalls auf meiner externen festplatte gesichert. Am 20.12. fliege ich nach Kuala Lumpur und beginne eine reise nach Thailand, Laos, Vietnam und Cambodia, alles mit dem zug oder bus. Bis dahin muss der naue laptop laufen, was schwer werden koennte, da fuer die naechsten tage bis zu 2,90m wellen angesagt sind !!!
AKTUELLE ERGAENZUNG:
Nach etwa einer stunde bilder bearbeiten hat sich nun mein laptop wieder verabschiedet. Ich werde mir heute einen neuen kaufen und dann so schnell wie moeglich alle noetigen programme installieren. Die bilder aus Borneo werde ich nicht so schnell online haben. Aber ich habe noch eine kleine ueberraschung. Am zweiten weihnachtsfeiertag hier auf meinem Blog!


Du willst uns als Überraschung bestimmt berichten, dass du deinen Lieblingsmakaken adoptiert hast! Viel Erfolg bei MediaMarkt/Bali, wir können dir ja die aktuellen Werbeflyer aus der Berliner Tagespresse mailen!!!
ANTWORTEN:
Ein berliner media markt waere mir lieber, hier gibt es nur sehr kleine und teure laptops. Mit den Makaken bin ich aufs kriegsfuss, da wird definitiv keine adoption stattfinden.
Henning schrieb dies am 18. Dezember 2010 um 7:31 pm |
Wo bleibt der aktuelle Bericht von den wilden Tieren rund um das Münchehofer Meer!!!
Henning schrieb dies am 26. Dezember 2010 um 11:25 am |